Vogel des Jahres 2020 - Die Turteltaube

Veröffentlicht von

Der Name Tur­tel­tau­be dürf­te jedem ein Begriff sein, denn er wird auch oft für ver­lieb­te oder sich gegen­sei­tig anhim­meln­de Paa­re ver­wen­det. Doch himm­lisch ist das Leben der Tur­tel­tau­be der­zeit lei­der nicht, denn kürz­lich wur­de sie erst zum Vogel des Jah­res gekürt. War­um erfah­ren Sie hier.

Trauriger Gewinner des Jahres 2020

Doch war­um steht es nun so schlecht um die Tau­be mit dem inter­es­san­ten Feder­kleid? Die Tur­tel­tau­be macht sich jedes Jahr zum Über­win­tern auf eine lan­ge Rei­se, die nach Afri­ka führt. Lei­der wird sie auf dem Weg dort­hin Opfer durch lega­le und ille­ga­le Jagd. Die kleins­te Art der Tau­ben­fa­mi­lie ist mitt­ler­wei­le vom Aus­ster­ben bedroht. In Deutsch­land steht die Tur­tel­tau­be unter Schutz.

Nahe Ver­wand­te der Tur­tel­tau­be: die Tür­ken­tau­be (Quel­le: Ado­be Stock)

Ein wei­te­rer Punkt, der zur Gefähr­dung der Tur­tel­tau­be führt, ist die Nah­rungs­knapp­heit. Ihr Nah­rungs­ver­hal­ten ist auf pflanz­li­cher Basis. Dazu zäh­len Wild­kräu­ter, wie zum Bei­spiel Klee, Wild­grä­ser, Vogel­wi­cke, Erd­rauch und Wolfs­milch. Doch sie müs­sen auf tem­po­rär ver­füg­ba­re Nah­rung, wie Son­nen­blu­men­ker­ne und die Samen des Wei­zen und des Raps zurück­grei­fen, da Wild­kräu­ter oft kei­nen Platz mehr fin­den in der moder­nen Land­wirt­schaft. Lei­der ist die Alter­na­ti­ve auch oft durch Her­bi­zi­de belas­tet. Her­bi­zi­de wer­den in der Land­wirt­schaft zum Abtö­ten “stö­ren­der” Pflan­zen ein­ge­setzt. Eine Che­mie­keu­le, die für nah­rungs­su­chen­de Tie­re zum Ver­häng­nis wird.

Aber das ist lei­der noch längst nicht alles, denn auch der Lebens­raum der Tur­tel­tau­be ist immer mehr in Gefahr. Sie ist hei­misch in lich­ten Laub­wäl­dern und land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­chen. Auch Busch­land und tro­cke­nes Gras­land ist her­vor­ra­gend für unse­re Tur­tel­tau­be. Doch die­se Flä­chen wer­den lei­der immer weni­ger oder sind mit Che­mie belastet.

Wie nistet die Turteltaube?

Nest der Tur­tel­tau­be mit Küken (Quel­le: Ado­be Stock)

Bis zu drei Bru­ten gibt es bei den Tur­tel­tau­ben in den Mona­ten Mai bis Sep­tem­ber. Das Nest wird in Bäu­men, Büschen und an Fel­sen aus dün­nen Ästen und Zwei­gen gebaut und ist sehr klein. Bei jeder Brut legt die­se Tau­ben­art bis zu drei Eier, wel­che weiß sind. Die Jung­vö­gel blei­ben cir­ca 15 Tage im Nest. Danach kön­nen sie noch nicht flie­gen und hal­ten sich daher in der Nähe des Nes­tes auf.

Küken der Tur­tel­tau­be (Quel­le: Ado­be Stock)

Die Turteltaube noch einmal im kurzen Überblick:

  • Wis­sen­schaft­li­cher Name: Strep­to­pe­lia turtur
  • Fami­lie: Tauben
  • Grö­ße: 26-28 cm
  • Gewicht: 100-180 g
  • Flü­gel­spann­wei­te: 47-53 cm
  • Anzahl der Bru­ten: 1-3 pro Jahr
  • Brut­zeit: Mai-Sep­tem­ber
  • Gele­ge­grö­ße: 2 Eier pro Brut
  • Brut­dau­er: ca. 15 Tage
  • Nest­lings­dau­er: 14-18 Tage
  • Nah­rung: Säme­rei­en, Wildkräuter
  • Lebens­er­war­tung: bis zu 10 Jahre